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Fachartikel „Darmgesundheit“

Liebe Interessentinnen und Interessenten

 

Diesen Artikel habe ich für Sie auf Grund der immer noch zu wenig bekannten Fakten des Darmes, des Verdauungstraktes und der allgemeinen Darmgesundheit und Vorsorge geschrieben. Es soll Sie dazu anregen, die eigene Darmgesundheit zu reflektieren und bei allenfalls bereits bestehender Darmproblematik zu handeln.

 

Der Darm hat in unserem Körper eine lebenswichtige Funktion, ohne die wir nicht überleben können. Alles, was wir Essen und Trinken, sollte nämlich verdaut werden. Das heisst, schon nach dem Kauvorgang wird der Speisebrei mit Enzymen in noch kleinere Bestandteile zerlegt, um danach über die Darmschleimhaut und die Darmwand vom Blut aufgenommen zu werden. Der unverdauliche Rest wird wieder ausgeschieden. Solange der Darm einwandfrei funktioniert, werden sich die meisten Menschen nicht mit ihm auseinandersetzen, da es als selbstverständlich empfunden wird, dass er funktioniert. Häufig setzen sich die Menschen nicht mit dem Thema Nahrungsmittel auseinander, da man annimmt, das alles, was von der Landwirtschaft und Industrie an Nahrungsmitteln produziert wird, sowieso überwacht und kontrolliert ist und somit für den Menschen folglich nicht allzu schädlich sein kann. Die Schädlichkeit kommt vor allem durch den Konsum und die Mengen der Zusatzstoffe in den Nahrungsmitteln. Sehr viele Pflanzen werden so hochgezüchtet, dass sie z.b. beim Getreide viel mehr Gluten (Klebereiweisse) enthalten, damit das Brot noch luftiger und lockerer wird. Dass genau diese Gluten den Dickdarm mit seiner Schleimhaut besonders stark verkleben können, ist den Meisten nicht bekannt.

Wenn man den Darm ganz ausbreiten würde, hätte er eine Oberfläche von ca. 400 Quadratmetern. Dies ist die Grösse von 2 Tennisfeldern. Der Darm beherbergt auch 70-80 Prozent der immunologischen Reaktion durch die symbiotischen Darmbakterien, die in der Darmschleimhaut mit den anderen Immunorganen, welche in der Darmwand vorhanden sind, leben. Auch besitzt der Darm eine eigene Nervenverbindung ins Gehirn, welches natürlich die Stimmungen des Menschen sehr stark beeinflusst , je nach Konstitution des Darmes.  Das heisst also auch, dass dem Dick- und Dünndarm eine weit grössere Bedeutung zukommt und er ein sogenanntes Schlüsselorgan darstellt und somit über Gesundheit oder Krankheit derjenigen Person entscheidend beiträgt.

Bei den meisten Menschen werden die Verdauungssäfte mit zunehmendem Alter ( meist schon zwischen den 35-40 Lebensjahr) kontinuierlich weniger. Es hat auch damit zu tun, wieviel aktive körperliche Bewegung jemand leistet, wie gut man kaut und wie schnell man isst. Der Magen bekommt, unabhängig von der gegessenen Menge, erst nach 15-20 Minuten ein Sättigungsgefühl. Die bedeutet für viele Leute, die das Essen in kurzer Zeit „verschlingen“, dass der Magen schon vorher überfüllt ist und durch die entsprechende Überdehnung ein plötzliches Sättigungsgefühl stattfindet, welches schon in eine leichte Übelkeit übergehen kann. Damit geht einher, dass grössere Nahrungsbrocken oder Nahrungsmengen nicht oder nur sehr langsam verdaut werden können. Somit verweilen sie wesentlich länger im Darm und es kommt allmählich zu einem Vergärungs- und Fäulnisprozess. In weiterer Folge bildet sich eine grosse Menge von Fäulnisgiften und zum Teil auch Fusselalkohole, die der Darm in den weiter unten liegendem Abschnitten wieder resorbiert. Letztendlich  werden sie über den Pfortaderkreislauf mit den anderen Nährstoffen direkt in die Leber geleitet.  

Wenn dieser Prozess über längere Zeit andauert ( über Monate bis Jahre hinweg) wird die Leber, die eigentlich alle zerlegten Nahrungsbestandteile verstoffwechseln muss, immer mehr geschwächt, da sie die Menge der Gifte nicht mehr vollständig abbauen kann. Heisst dann, dass die Leber mit der Zeit so geschwächt wird, dass auch die normalen Nahrungsbestandteile nicht mehr vollständig verstoffwechselt werden können und sich daher im Zwischengewebe ablagern. Das macht sich mit zunehmendem Alter so bemerkbar,  dass jemand viel weniger isst als früher und trotzdem an Körpergewicht zulegt. Auch sind diese Menschen oft viel schneller erschöpft und müde und können sich durch den Schlaf nicht mehr so gut erholen. Der Körper verschlackt.

Noch schneller geht der körperliche Degenrationsprozess voran, wenn man jeden Tag grössere Mengen an Fleisch und tierischen Eiweissprodukten sowie alkoholische Getränke zu sich nimmt, sehr wenig körperliche Bewegung macht und somit auch meist weniger Verdauungssäfte produziert. Der Körper produziert im Normalfall die Menge an Verdauungssäften, die er braucht um die Menge der Nahrungsmittel zu verdauen, die er für seinen Energiebedarf benötigt.Bei Menschen,  bei denen tierisches Eiweiss zu verwesen beginnt, beginnt ein schleichender Entzündungsprozess des Darmes. Das Lumen, sprich, der Durchmesser des Darmes, kann sich so um ein Vielfaches erweitern. Meistens beginnt der Prozess vorher im Dickdarm und es entsteht ein sogenannter Kot-, Gasbauch. Mit der Zunahme des Lumens wird auch die peristaltische Muskulatur erweitert und ausgedehnt. Der Kot im Darm wird nicht mehr vollständig weiterbefördert und dadurch finden ständig weitere Fäulnisprozesse mit Gasbildung statt. Dies erhöht wieder den Gasdruck sodass der Darm in seinem Lumen(Querschnitt) so stark erweitert wird, das die Muskelschicht der Bauchdecke rund um den Darm herausgedrückt wird. Sogar das Zwerchfell (Muskelschicht die den oberen Bauchraum vom unteren trennt) wird im weiteren Verlauf hochgedrückt und beeinträchtigt das Atemvolumen der Lunge. Dieser stark erhöhte Gasdruck kann auch durch die direkte peristaltische Muskelschicht eine ballonartige Ausstülpung der Dickdarmwand verursachen, sogenannte Divertikel. Diese Divertikel können sich nicht mehr zurückbilden, da sie von der Muskelschicht stark eingeklemmt sind. Häufig entzünden sie sich immer wieder, was Schmerzen und Krämpfe verursachen kann. Im schlimmsten Fall muss der Darmabschnitt operativ entfernt werden.

Schon vor hundert Jahren entwickelte der österreichische Arzt Dr.Med.Franz Xaver Mayr(1875-1965) eine nach ihm benannte Therapie und Fastenkur, die bis heute weiterentwickelt wurde, die sogenannte Milch-Semmelkur. Durch jahrelanges, medizinisches Studium und gezielte Beobachtungen, kam Dr.Mayr  zur Erkenntnis, dass ein gesunder Darm der Schlüssel zu Gesundheit und Schönheit ist. Bis heute gibt es eigene F.X.Mayr Kliniken, wo die Behandlung der Patienten durch eigens ausgebildete F.X.Mayr-Ärzte beaufsichtigt und angepasst wird.

Es gibt auch in der Naturheilkunde verschiedene andere Fastenkonzepte, die bei solchen Darmdegenerationen erfolgreich helfen können, da sich der Darm durch die Abwesenheit von Nahrungsmitteln allmählich erholen und regenerieren kann. Damit werden auch unvollständig verstoffwechselte Nahrungsmittel, Fettdepots und auch die darin befindlichen Giftstoffe abgebaut und von der Niere ausgeschwemmt. Das kann so extrem von Statten gehen, dass der Harn sich dunkel verfärbt oder fast schwarz wird. 

Ebenfalls gibt es eine Therapie für den Darm ohne ein extremes Fasten, die zusammen mit einem Kräuterpulver und Kräutertabletten zur Regeneration des Darms beiträgt, die sogenannte Colon-Hydrotherapie. Hierbei wird mit einem medizinischen Gerät und einem Spekulum mit Schlauch(beides Einwegmaterial), erwärmtes Wasser sehr langsam in den gesamten Dickdarmtrakt gelassen, um durch mehrmalige Spülvorgänge die Darmschleimhäute möglichst sauber zu bekommen. Oft kann es vor allem im Dickdarm vorkommen, dass ein Teilabschnitt oder sogar ein grösserer Darmabschnitt mit einer Kotschicht verklebt ist, welche möglicherweise schon über viele Jahre im Darm verweilt. Das Problem kann bei sehr glutenreicher und eher ballaststoffarmer Ernährung auftreten, z.b. wenn sehr häufig Brot und Käse gegessen wird. Anhand des Verlaufs einer Colon-Hydrotherapie und des Sicht-und Tastbefundes, kann eine erfahrene Fachperson auch schon ein groben Befund über den Gesundheitszustand des Dickdarmes erstellen. 

Durch die zusätzliche Gabe von Kräuterpulver und Kräutertabletten über eine längere Zeit, wird so auch von oben der Dünndarm zusätzlich gereinigt und regeneriert. 

Es gibt eine noch genauere Möglichkeit, um den Darmzustand zu analysieren.  Dabei wird eine Stuhlprobe in ein medizinisches Labor geschickt. Mit der Stuhldiagnostik wird der Zustand des Stuhles genau zu bestimmt. Es können viele Parameter gemessen werden wie z.b. die Anzahl der Fäulnisbakterien, Anzahl der verschiedenen Darmpilze, Fäulnisstoffe, Parasiten, Entzündungsstoffe. Die Fachperson kann dadurch einen genauen Befund der momentanen Verdauungssituation ermitteln.

Da es sehr viele Darmkrankheiten gibt und somit die Möglichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, besonders dann, wenn man sich nicht optimal ernährt, ist es ratsam ab dem 50.Lebensjahr oder vorher, z.b. bei familiärer Vorbelastung, in regelmässigen Abständen eine Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, bei einem Facharzt durchführen zu lassen. 

Hierbei wird der vorher gereinigte Dickdarm(meist durch Abführmittel), mit dem Coloskop, welches zwischen 1,30 und 1,60 Meter lang ist und an der Spitze eine Lichtquelle und eine Kamera hat, untersucht. Die Stelle des Dickdarms,  wo sich die Kamera befindet, wird auf einem Bildschirm sichtbar gemacht und so Veränderungen des Darms und der Darmschleimhaut erkannt. Auch Polypen, welche eine gutartige Wucherung von Darmschleimhaut sind, aber die Vorstufe zum Darmkrebs sein können, werden dort gleichzeitig entfernt und es können auch Gewebeproben entnommen werden.

Bei einer solchen Untersuchung hat der Facharzt einen genaueren Befund über den Zustand der Darmwand und die Darmschleimhaut. Wenn bei einer solchen Untersuchung schon stärkere Degenerationen oder Komplikationen festgestellt werden, empfiehlt es sich spätestens dort, die bisherige Ernährungs- und Lebensweise zu überdenken.

Noch immer kommt es sehr häufig vor, dass Leute mit Darmproblemen sich vor solchen Therapien und Untersuchungsmethoden drücken, aus Angst und falscher Scham und manchmal zu lange warten bis es zu ernsthaften Problemen kommt.

Sicherlich hat dies auch mit unseren gesellschaftlichen Aspekten und Prägungen zu tun, ist doch der Darm und seine Ausscheidungen immer noch ein gewisses Tabuthema. Viele Menschen vermeiden aus diesem Grund öffentliche Gespräche oder Diskussionen. Folglich wissen viele Menschen zuwenig über das Thema Darm und seine Degnerationsprozesse. Solche werden dann als normal und alltäglich hingenommen. 

Dabei konnten deutsche und amerikanische Forscher mit grossangelegten Studien, die in den letzten Jahren mit 350 000 Menschen durchgeführt wurden, feststellen, das ein erweiterter Bauchumfang mit einem erhöhten Bauchfettanteil, Entzündungsstoffe produziert, welche Gefässverkalkung und Diabetes hervorrufen,  aber auch andere Organe im Körper schädigen können. Dies bedeutet, je höher der Bauchumfang ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall zu sterben.

Früher galt immer, dass das Gewicht oder der BMI(Bodymassindex), der entscheidende Faktor  dafür sei, doch heute weiss man, dass der Bauchumfang mit dem Bauchfett die Hauptursache vieler Zivilisationskrankheiten darstellt. 

Es wäre für unser Gesundheitssystem wünschenswert, würde man mehr finanzielle Mittel für die Vorsorge und Aufklärung der Darmgesundheit und der Ernährung bereit stellen, sowohl in der Schulmedizin als auch in der Komplementärmedizin.  So könnte man die Gesellschaft zu diesem Thema sensibilisieren und es würden viele Krankheiten schon im Anfangsstadium verhindert werden. 

Zum Abschluss noch ein Zitat vom deutschen Immunbiologen und Aphoristiker Prof.Dr.med Gerhard Uhlenbruck:

 “Unser Bauchumfang ist der Äquator unserer mittleren Lebensstrecke, je länger die Strecke, um so kürzer der Lebensweg.“ 

 

Falls Sie noch Fragen haben, müssen Sie sich nicht genieren, mich direkt zu kontaktieren:-)

Alexander Russ, Heilpraktiker